Das Gesagte, die Erwartungen und andere Kommunikationssignale

 

Es ist oft so, dass bei einem Gespräch die Erwartungen und die Weltanschauung der Gesprächspartner eine viel größere Rolle spielen als die verbalisierte Botschaft: Elemente wie die Stimmlage, die Mimik, das Aussehen des Gesprächspartners sagen viel mehr aus, als das Gesagte selbst.

Es ist  zum Beispiel so, dass wenn als Gesprächsthema „Afrika“ erwähnt wird, man nur den Bericht über irgendwelche Katastrophen erwartet, weil in der westlichen Zivilisation das Bild von Afrika nur von negativen Ereignissen geprägt ist, auch wenn in viele Fällen solche Vorurteile nicht stimmen. Würde man etwas Positives über Afrika berichten, würde der Gesprächspartner jeden Moment auf ein „aber“ oder „allerdings“ warten, das die gute Botschaft wieder zunichte macht.

Wenn eine alte Person oder ein Mensch mit einer anderen Hautfarbe in einem Laden etwas einkaufen möchte, werden ihre Kognitionsfähigkeiten automatisch als vermindert eingeschätzt und  es wird mit ihnen entweder lauter oder mit einfacheren Sätzen kommuniziert, auch wenn die besagte Person in der Tat die Sprache vollkommen beherrscht oder  noch ganz im Besitz ihres geistigen Vermögens ist.

Bei einem privaten Gespräch am Telefon versteht man gleich von der Stimmenlage her, ob es um eine positive oder eine negative Botschaft geht. Ein solches Merkmal ist in der Tat viel wichtiger als die darauffolgende gesprochene Mitteilung selbst, und es ist auch deswegen, dass eventuelle Lügen ziemlich einfach zu entdecken sind.

Wenn zwei Fremde sich zum ersten Mal begegnen, wird das darauffolgende Gespräch ganz anders verlaufen, je nachdem, wie die beiden Personen gekleidet sind und was für eine Körperhaltung sie haben.

Als Fazit kann man sagen, dass in der mündlichen Kommunikation das gesprochene Wort nur einen Teil etlicher anderer Kommunikationsmerkmale darstellt. Das kann eine Hilfe sein, aber auch zum Verhängnis werden, so wie das Lächeln des Gesprächspartners, das in den USA als positiv (Coolness) und in Russland negativ (Dummheit) bewertet wird.

Aus dem Tagebuch eines Kuriers: Hier eine weitere nette Begebenheit, im Einsatz für das Übersetzungsbüro von Herrn Cristian Barbieri-Wittwer:

 

Ich bin ab und zu für das Übersetzungsbüro von Herrn Barbieri-Wittwer als Kurier tätig.

Es kommt ja des Öfteren vor, dass für eine Übersetzung in eine weitere Sprache als diejenigen für die Herr Barbieri-Wittwer selbst ermächtigt ist, andere Übersetzer von ihm beauftragt werden.
So war es auch an einem Tage im Sommer.

In einem all nicht zu entfernten Ort der schönen Mark Brandenburg wurde ein Dokument übersetzt und der Übersetzer hatte Herrn Barbieri-Wittwer seine Arbeit per Post gesendet.

Auf dem Originaldokument war allerdings ein Straßenname zu lesen, der einen Umlaut beinhaltete.
Leider wollte der Kunde in der Übersetzung seine Straße nicht mit Umlaut geschrieben haben, weil er befürchtete, es könnte sonst im Bestimmungsland nicht anerkannt werden und bestand dringend auf eine neue modifizierte Ausfertigung.

Am selben Tag wollte er zu der Reise aufbrechen, wofür das Dokument notwendig war und wollte dafür dringend die neue Ausfertigung dieses Dokuments erhalten.

Also habe ich mich schnell auf die Reise ins Land Brandenburg gemacht und wie immer im VBB gab es mal wieder Busersatzverkehr das war etwas kompliziert, mit mehrfachen Umsteigen.
Ich war dennoch guten Mutes.

Letzten Endes übergab ich dem Kunden noch rechtzeitig den Umschlag, er konnte glücklich seine weite Reise antreten, ich hatte einen spannenden Ausflug sowie den Auftrag war gerettet!

Ein Tag im Leben der Firma Barbieri-Wittwer Translation.