Die probleme der fischmehlindustrie

Durch einen Dolmetscheinsatz für eine afrikanische Delegation aus Anlass des Welttages der Ozeane ist mir in diesem Monat eine Problematik bewusst geworden, die ich nicht kannte. Es geht hier um die mit der Herstellung von Fischmehl verbundenen Umweltschäden und wirtschaftliche Probleme.

Dieses Produkt wird trotz erheblicher gesundheitlicher Bedenken als Tierfutter für Hühner und andere Tiere, aber auch in Aquarien verwendet.

Das Verfahren für die Produktion von Fischmehl wurde in Afrika von chinesischen Unternehmen eingeführt. Ursprünglich haben solche ausländischen Unternehmen dafür sogar Begünstigungen von den jeweiligen afrikanischen Ländern erhalten, weil für die Produktion dieses Mehls Fischreste benutzt wurden, die somit auch gleich entsorgt wurden.

Aufgrund der hohen Produktion von Fischmehl geht die Zahl der Fischbestände immer weiter zurück, worunter die traditionelle Fischerei in Küstennähe sehr leidet. Etlichen Familien wird eine wichtige Einkommens- und Ernährungsquelle entzogen.

Außerdem erfolgt die Produktion von Fischmehl unter Missachtung der Grundregel des Umweltschutzes und der Gesundheit der lokalen Bevölkerung: Aus den Fabriken entstehen stinkende Gase, die Haut- und Atemwegsprobleme verursachen und es wird warmes Abwasser mit bis zu 200 Grad ins Meer gespült, was unter anderem zum Sterben der Fische in Küstennähe führt.

Diese Problematik ist in Europa kaum bekannt, stellt aber für afrikanische Länder mit Zugang zum Meer eine regelrechte Bedrohung dar.

Es bleibt zu hoffen, dass Infoveranstaltungen wie der Vortrag in Kiel am Welttag der Ozeane, wo ich gedolmetscht habe, dazu beitragen, der Öffentlichkeit dieses Problem ins Bewusstsein zu rufen und auf internationaler Ebene Politiker dazu zu bringen, sich dessen anzunehmen.